Aufbewahrung

Im Juli 2017 wurde das Waffengesetz in Bezug auf die Aufbewahrung von Waffen verschärft.
War bis zu diesem Tag für die Aufbewahrung von Langwaffen die Mindestsicherheitsstufe „A“ und für Kurzwaffen die Mindestsicherheitstufe „B“ vorschrieben, hat der Gesetzgeber festgelegt, dass ab Juli 2017 nur noch Waffenschränke der Mindestsicherheitsstufe „0/N“ zugelassen werden.

Ein Bestandsschutz für den Altbesitz wird aber gewährt. Dies bedeutet, Waffenbesitzer, die bereits der Waffenbehörde ihre „A“ und „B“ Schränke nachgewiesen hatten, als sie bereits eine waffenrechtliche Erlaubnis im Besitz hatten, können ihre alten Schränke wie gewohnt weiter verwenden. Sind diese aber voll und es muss ein neuer Waffenschrank angeschafft werden, muss dieser mindestens dem Wiederstandsgrad „0/N“ entsprechen.

Waffenbesitzer, die zum Stichtag noch keinen Waffenschrank im Besitz hatten, müssen ebenfalls direkt auf mindestens „0/N“ gehen.

In den einschlägigen Foren wird dieses Thema natürlich heiß diskutiert. Manche sind der Auffassung, dass alleine der WBK Antrag ausreichend ist, um Bestandsschutz gewährt zu bekommen. Bedeutet, wenn bei der zuständigen Waffenbehörde ein Antrag auf Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis vor dem Stichtag eingereicht wurde und dabei auch die alten „A“ und „B“ Schränke nachgewiesen wurden, dass dann der Bestandsschutz greift.

Das sind Themen, die man aber nur mit der jeweils zuständigen Waffenbehörde klären kann. Eine 100%ige Antwort wird hier aber kaum möglich sein, da jede Behörde das vermutlich unterschiedlich handhaben wird.

Was sind die Hauptunterschiede in den Widerstandgraden der Tresore/Waffenschränke? Nun, ich bin kein Tresorfachmann.
Ich selber bin im Besitz eines „A“ Langwwaffenschrankes, eines „B“ Schrankes und einem Schrank mit dem Widerstandsgrad „1“.

Nun, zum einen die Materialstärke und damit das Gewicht. In den folgenden Bildern könnt Ihr den mehr wie deutlichen Unterschied, alleine schon bei der Stärke der Türen sehen, die einen massiven Unterschied ausmachen.

Hier haben wir einen Langwaffenschrank der Stufe „A“ nach VDMA 24992.

 

Hier haben wir einen Schrank der Stufe „B“ nach VDMA 24992

Hier haben wir einen Schrank der Stufe „1“

 

Zum Vergleich der alleine der Türstärken, bietet sich der Schlüssel an. Hier nebeneinander, der Schlüssel des „A“ Schrankes und der Schlüssel vom 1er Schrank, damit man ein Gefühl für den Unterschied bekommt.

Dieser massive Unterschied in der Materialstärke und damit der Wandungsstärke der Schränke geht natürlich zu Lasten des Schrankgewichtes. Hat z.B. mein „A“ Schrank und Gewicht von 65Kg, mein „B“ Schrank ein Gewicht von 115Kg, bringt es mein 1er Schrank auf 300Kg Gewicht.
Dieses Mehr an Gewicht stellt die Waffenbesitzer vor neue Probleme. In Wohnungen die z.B. eine Fußbodenheizung haben oder Holzböden, kann es schon zu Problemen beim Aufstellen dieser schwereren Schränke kommen. Vor der Anschaffung eines solchen Schrankes muss der Käufer sich in jedem Fall fachkundig darüber informieren, ob die Baustatik ein solches Gewicht zulassen.

Wie im Fall der alten Widerstandsgrade, gibt es im Fall der 0er und 1er Schränke auch verschiedene Schrankgewichte. Hier muss man also ggf. jonglieren, um etwas passendes zu finden.

Ein Argument des BMI für diese Erhöhung der Mindestsicherheitsstufe, um es in ein positives Licht zu rücken, war es, dass ab der Stufe „0“ Waffen und Munition zusammen (nicht Schussbereit) gelagert werden dürfen. Ein zusätzlicher Munitionschrank kann also entfallen.
Hierbei ist aber in jedem Fall zu beachten, dass die Munition sich nicht in der Waffe befinden darf, sondern neben der Waffe. Ob eine Waffenbehörde es gerne sieht, dass z.B. voll geladene Magazine neben den jeweiligen Waffen liegen, ist hier auch von der jeweiligen Behörde abhängig.

Wenn es technisch machbar ist, würde ich immer versuchen einen Schrank der „1“ der Stufe „0“ vorzuziehen. Der 1er Schrank ist höherwertig und hat vor dem Gesetzgeber keine Einschränkungen. Die Anzahl Waffen, die im 1er eingelagert werden dürfen ist nicht eingeschränkt und in Sachen Gewicht und Preis macht es kaum einen Unterschied ob ich einen 0er oder 1er nehme.
Bei beiden Widerstandsgraden können Lang- und Kurzwaffen zusammen gelagert werden, mit der jeweiligen Munition, was am Ende auch wieder Platz sparen kann.

Auch um der Frage nach der Aufbewahrung der Schlüssel zu entgehen, investiert das extra Geld in ein Zahlenschloß. Egal ob mechanisch oder elektronisch. Das zusätzlich investierte Geld macht Euch das Leben in jedem Fall leichter.

Hier noch ein paar Direktlinks zu Waffenschränken der Stufen „0“ und „1“.

Und Nein, auch wenn dieser Bericht aussieht, als würde ich diese sinnfreie Verschärfung versuchen in ein positives Licht zu rücken, so ist das nicht der Fall. Ja, ich bin in der Situation Bestandsschutz zu genießen, aber ich habe viele Mitglieder in unserem Verein, die nicht in der glücklichen Situation sind und aufgrund besagter Fußbodenheizungen oder baulicher Beschaffenheiten Probleme beim Aufstellen der schwereren Tresore haben werden. Auch stellt der höhere Anschaffungspreis der 0er und 1er schränke gerade junge Schützen vor Probleme.

Aber ich sehe auch, dass das Gesetz so verabschiedet wurde und wir nun leider das Beste daraus machen müssen, leider!

Waffenschränke
Kurzwaffen
Stufe 0/N

Kurzwaffentresor für Kurzwaffen und Munition nach EN 1143-1 Klasse N/0

Kurzwaffentresor für Kurzwaffen und Munition nach EN 1143-1 Klasse N/0 mit Elektronikschloss

Kurzwaffen
Stufe 1

Kurzwaffenschrank EN 1143-1 Klasse 1 Kurzwaffentresor für Kurzwaffen und Munition

Kurzwaffentresor EN 1143-1 Klasse 1 für Kurzwaffen und Munition mit Elektronikschloss

Langwaffen

Stufe N/0

Waffenschrank Grad 0 EN 1143-1 mit Zahlenschloss Gun-Safe 0-5

Stufe 1

Waffenschrank Waffentresor Kombischrank EN 1143-1 Klasse 1 – 5 Waffenhalter – Elektronikschloss

Waffenschrank Waffentresor Klasse 1 I ,1470x520x415mm, 8 Waffenhalter

Waffenschrank Waffentresor Klasse 1 I ,1600x520x415mm, 8 Waffenhalter

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